Das Quad

Motorrad oder Auto? Auf jeden Fall ein Funmobil auf 4 Rädern!

Ein Quad

Ein Quad (von lat. vier) oder All Terrain Vehicle (ATV) ist ein Fahrzeug mit vier Rädern, häufig mit sehr breiten Reifen für besseren Grip im Gelände. Man könnte es als Motorrad oder Moped mit 4 Rädern bezeichnen. Als Kraftfahrzeug kann es sowohl als Fun- als auch als Arbeitsgerät dienen.

Diese, wie ein Motorrad auf vier Rädern aussehenden Fahrzeuge kommen auch in Deutschland immer mehr in Mode. Die aus den USA stammenden Fahrzeuge sind jetzt auch bei uns im öffentlichen Straßenverkehr immer öfter zu sehen.
 
 
Ein regelrechter Boom rund um das Quad ist inzwischen auch in Deutschland ausgebrochen, wie die ständig steigenden Zulassungszahlen zeigen.

Sicherer Umgang

Doch der „richtige“ und damit sichere Umgang mit so einem Funmobil muss erst erlernt werden, denn auf Grund des speziellen Fahrverhaltens eines Quad's sind sie nicht mit einem Auto oder wie man leichthin annehmen könnte, mit einem Motorrad vergleichbar.

Viel zu schnell können vor allem ungeübte Fahrer im Straßenverkehr bzw. bei Fahrten im Gelände die Kontrolle über das Fahrzeug verlieren.

“Klassische” Einsatzgebiete

Ursprünglich wurden die Quad's als geländegängige Fortbewegungsmittel und Arbeitsgeräte für Waldbesitzer, Landwirte, Förster und Jäger konstruiert. Mit so einem Fahrzeug kommt man fast überall hin, ohne sich besondere Gedanken über den jeweiligen Untergrund (Wald, Berge, Feldwege und Straßen) machen zu müssen.

Der Vorteil der Quad's liegt darin, dass sie relativ klein, wendig und geländegängig sind, aber auch über eine gute Motorleistung verfügen.

“Neue”
Einsatzgebiete

Allerdings hat sich im Laufe der letzten Jahre ein Wandel vom nüchternen Arbeitsgerät hin zum sportlich, flotten Freizeitgerät durch verschiedenes Zubehör, diverse Anbauten und Verbreiterungen vollzogen.
Der Trend geht momentan zu den sog. „Street-Quad's“ mit vielen Chromteilen zum Fahren auf der Strasse und im Stadtverkehr, sowie zu den eher sportlichen Quads die mehr für Touren geeignet sind.

Es gibt auch einige professionelle Sport-Quad-Fahrer, die auf speziell abgesperrten Bahnen ihre Wettkämpfe (Motocross- bzw. Straßenrennen) austragen.

Helmpflicht

Seit 1. Januar 2006 gilt auch in Deutschland für alle Fahrer und Mitfahrer auf Quads die HELMPFLICHT!


Dies hat der Bundesrat am 21. Dezember mit seiner “40. Verordnung zur Änderung der straßenverkehrsrechtlichen Vorschriften” beschlossen. In Österreich besteht die Helmpflicht für Quadfahrer bereits seit Oktober 2002.

Fahrverhalten

Ein Quad kann auf Grund seiner vier Räder nicht so leicht umkippen wie ein Motorrad. Falls es aber bei einem Quad dennoch passiert sind die Folgen ungleich schwerer.
Ein Spruch aus der Quad-Fahrer-Szene unterstreicht dies: „Du steigst schneller ab, als Du „Hallo“ sagen kannst“.
Zum sicheren Führen der Quad´s sind entsprechende Kenntnisse und Fähigkeiten des Benutzers erforderlich.

Die Quad´s haben ein spezielles, „leicht schwimmendes“ Fahrverhalten, welches nicht mit dem eines Autos oder eines Motorrades vergleichbar ist.

Fahrmerkmale

Dieses „leicht schwimmende“ Fahrverhalten von Quad´s ist bedingt durch
die direkte Lenkung, die geringe Spurbreite und den kurzen Radstand
das Bremsverhalten (Quad's „schieben“ beim Bremsen relativ stark)
die Neigung zum „Driften“ der Hinterräder beim Kurvenfahren durch die Starrachse des Quad's
die verwendeten Ballon-Reifen. Achtung: (Serienmäßig werden Quad's mit reinen Gelände-Reifen ausgeliefert, die aber auf der Straße relativ wenig Grip haben).

Leistungsentfaltung

Das Verhältnis von 50 – 800 ccm Hubraum und ca. 200 – 300 kg Gewicht, sowie der Motorleistung von bis zu 61 PS und der damit erreichbaren Höchstgeschwindigkeit von über 100 Stundenkilometer machen aus dem Quad eine effektives, aber mitunter auch gefährliches Funmobil.
Die offenen Versionen mit rund 20 – 34 Kw bzw. 27 – 46 PS sind reine Motorsport-Maschinen die aber ein überdurchschnittliches fahrerisches Können voraussetzen, sowie entsprechende Schutzausrüstung und abgesperrte Strecken erfordern.

Die “Nerf-Bars”

Die großen Fußauflagen beim Quad – so genannte „Nerf-Bars“ oder Schutzabweiser - ermöglichen es, die Füße während der Fahrt und besonders beim Anhalten immer sicher und bequem am Fahrzeug zu belassen.
Das beim Motorradfahren übliche und notwendige Abstützen der Maschine im Stand entfällt beim Quad vollständig, da es durch seine vier Räder im Stand nicht umfallen kann.

Es besteht beim Quad-Fahren also keinerlei Notwendigkeit die Füße am Boden abzustellen!

Die vor allem bei manchen Motorradfahrern sehr beliebte Unsitte, mit hängenden Beinen an der Ampel loszufahren, kann beim Quad-Fahren ohne Nerve-Bars fatale Folgen haben!
Die Schutzabweiser haben die Funktion, dass beim Anfahren die Füße nicht unter die Hinterräder eingezogen werden können, falls doch einmal beim Anhalten die Beine auf den Boden abgestellt werden.

Ohne die Schutzfunktion der „Nerve-Bars“ könnten schwere Verletzungen an den Füßen und am Knöchel auftreten!
Achtung: In der Regel sind bei Neu-Fahrzeugen serienmäßig keine „Nerve-Bars“ angebracht!

Zulassung

Die weitaus meisten Quads und ATVs werden mittlerweile als “vierrädriges Kfz zur Personenbeförderung” zugelassen. Bei Einzelabnahmen kommt manchmal auch die Variante “Zugmaschine / Geräteträger” vor.

Gemäß EG-Richtlinie 93/94/EWG benötigen Sie für Ihr Quad / ATV ein Nummernschild, da es ein vierrädriges Leichtkraftfahrzeug ohne Aufbau ist. Dies wird leider in Deutschland nicht befolgt, seit neuestem verlangen die Zulassungsstellen einheitlich auch ein vorderes Nummernschild.

Quads und ATVs mit höchstens 50 cm³ Hubraum und 45 km/h Höchstgeschwindigkeit brauchen nicht zugelassen zu werden, für diese genügt das Versicherungskennzeichen wie bei einem Mofa.

Der Preis

Der Einstiegspreis für ein neues Quad und einem ordentlichem Satz „Misch-Reifen“ liegt bei ca. 5.000 – 9.000 Euro.
Erst nach ca. 5.000 gefahrenen Quad-Kilometern hat man genügend Erfahrungen gemacht, um so ein Fahrzeug in den meisten Situationen gut zu beherrschen.
Für alle Quad's gilt eine Mitnahmepflicht für Erste Hilfe Material (§ 35h StVZO) und Warndreieck (§ 53a StVZO). Das Mitführen einer Warnweste erhöht die Auffälligkeit und somit die Sicherheit erheblich z.B. bei einer Panne oder bei Fahrten während der Nacht.
Mit diesem Freizeitsportgerät durch die Gegend zu fahren macht richtig Spaß, aber die Sicherheit sollte bei alledem nicht zu kurz kommen. Investieren Sie lieber vorher etwas Geld in eine Probefahrt und sammeln so wichtige Erfahrungen mit dem Quad, dies zahlt sich bei der ersten selbständigen Quad-Tour dann doppelt aus.

 

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